Nach den USA will jetzt auch Großbritannien seine Ausgaben für die Forschung drastisch kürzen. Bis zu 25% sollen eingespart werden! Leute, so langsam gehen uns die zukünftigen Arbeitgeber aus... bleibt wohl doch nur noch China am Ende...
The Chronicle weiß mehr zu berichten.
Nachtrag: soweit ich gehört habe, muss sich Großbritannien wohl zwischen drei Optionen entscheiden, wenn es in Zukunft wirklich 25% in der Forschung einsparen möchte. Zur Auswahl stehen:
An der ESA hängen wohl viele Jobs und in die ESO sind sie gerade erst eingetreten. Das muss aber nichts für CERN heißen, da UK auch gerade erst aus dem (noch nicht sehr alten) Gemini-Konsortium ausgetreten ist. Letzteres ist ein 8.1m Zwillingsteleskop in Chile und Hawaii, was nun Dank des britischen Austritts ums Leben ringt. In diesem Jahr noch werden dort wohl 32 Stellen abgebaut - hauptsächlich Wissenschaftler. Wunderbare Welt der Forschung!
Während nun Großbritannien also überlegt, aus der ESO auszutreten (nachdem sie erst mal ordentlich in das VISTA Teleskop investiert haben, das nun offziell der ESO gehört und somit für UK komplett verlorenes Kapital wäre), überlegt jemand Unerwartetes, in die ESO einzutreten: Brasilien.
Was zunächst ungewöhnlich für ein European Southern Observatory klingt, ist andererseits aber verständlich, da der Trend (siehe ALMA) hin zu interkontinentalen Konsortien geht und ESO auch nur ein Name ist. Beim Beitritt Brasiliens dreht es sich hauptsächlich um die Finanzierung des E-ELTs (ich berichtete).
Brasilien ist ein Beispiel dafür, dass es auch Länder gibt, die alles richtig machen. Brasilien hat nicht nur die Wirtschaftskrise als Gewinner verlassen, sondern investiert mit 15% seines verfügbaren Staatsbudgets einen (unvergleichbar) großen Teil in Bildung und Forschung. Vielleicht sollten wir statt Chinesisch also doch lieber auf Portugiesisch umsatteln!
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