Montag, 15. November 2010

Als Astronomen noch mehr Rock'n'Roll waren

Der Urvater der beobachtenden Astronomie, Tycho Brahe, war ein Draufgänger vor dem Herrn. So soll er bei einem Duell das Nasenbein verloren haben, das ihm durch eine Gold-Protese ersetzt wurde. Grund des Streits war wohl eine mathematische Formel.


Unsterblich wurde Tycho aber erst durch seinen mutmaßlichen Tod. Er soll als Hofastronom an einem Bankett des Kaisers teilgenommen, und sich dabei einen Blasenriss zugezogen haben. Das Protokoll bei Tisch erlaubte es angeblich nicht, sich vom Bankett zu entfernen, um sich zu erleichtern. An den Folgen dieser Fissur sei er dann wenige Tage später gestorben, so die Legende.

Eine alternative Erklärung für seinen plötzlichen Tod ist eine Ermordung durch seinen Konkurrenten/Mitarbeiter am kaiserlichen Hof in Prag, durch den Deutschen Johannes Kepler. Um dieser Frage nachzugehen wird diese Tage die Leiche von Tycho Brahe exhumiert, damit Proben entnommen werden können. Darin, so hofft man, können mithilfe eines Massenspektrometers geringste Rückstände von Quecksilber gefunden werden, was die eigentliche Todesursache Tychos sein soll.

Was für ein Krimi!

1 Kommentare:

  1. Der arme Kerl kommt auch gar nicht zur Ruhe. Was hilft es ihm nach all der Zeit, dass wir etwas über Quecksilberrückstände in seinem Körper wissen wollen. Wenigstens hatte er ein aufregendes Leben, Wissenschaftlerleben und auch sonst. Gönnt ihm jetzt doch die Ruhe, er hat eine sehr schöne Grabstätte in der Tyen Kirche in Prag, ich habe sie einmal besucht.

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